Groningen und das Wattenmeergebiet

Die Groninger Wattenmeerküste erstreckt sich auf einer Länge von 34 Kilometern zwischen Lauwersmeer und Eemshaven. Das langgestreckte Gezeitengebiet vor dem Deich mit Salzwiesen und Wattpfützen ist vor allem bekannt für die großen Scharen von Watt- und Wasservögeln in der Zugzeit und im Winter. Darüber hinaus lässt sich hier auf eindrucksvolle Weise beobachten, wie sich Natur, Pflanzen und Tiere in einem Gebiet, wo Salz- und Süßwasser aufeinandertreffen, ständig an die wechselnden Landschaften anpassen.

Das hinter dem Deich gelegene Küstengebiet zeichnet sich durch offene Landschaften und eine herrliche Ruhe und Weite aus, wie man sie andernorts kaum noch antrifft. Die offene Polderlandschaft mit ihren ausgedehnten Äckern, ehemaligen Seedeichen, historischen Gehöften und uralten Warftendörfern lädt ein zum Wandern und Radfahren. Die Gegend bietet verblüffend viele romantische Orte und ein reiches Kulturerbe, zum Beispiel die typisch Groninger 'Borgen' (Landhäuser).

Sehenswürdigkeiten, Kultur und Natur im Groninger Küstengebiet

Zoutkamp, ehemaliger Seehafen

Der ehemalige Seehafen Zoutkamp ist bekannt für die Krabbenfischerei. Jahrhundertelang hat Zoutkamp seine exponierte Lage am Binnenmeer der Lauwerszee genossen und verflucht. Die Sturmkatastrophe 1953 und die Weihnachtsflut von 1954 haben dazu geführt, dass die Lauwerszee 1969 vom Wattenmeer getrennt wurde. Der Fischereihafen musste dadurch notgedrungen nach Lauwersoog ausweichen.
Nachdem die Fischerei aus den Häfen von Zoutkamp verschwunden war, entwickelte sich der Ort zu einem touristischen Anziehungspunkt. Zoutkamp atmet noch immer die Atmosphäre früherer Zeiten, mit seinen alten Schleusen, den gemütlichen Straßencafés mit Blick auf den Hafen, dem Fischereimuseum und dem köstlichen fangfrischen Fisch, der überall feilgeboten wird, zum Beispiel in der Aalräucherei. Nur noch einmal im Jahr findet sich die frühere Zoutkamper Fangflotte im Hafen von Zoutkamp ein, und zwar zu den traditionellen 'Vlaggetjesdagen' am Pfingstwochenende, wenn die Eröffnung der Fangsaison gefeiert wird.

Nationalpark Lauwersmeer und Lauwersoog

Als die Lauwerszee 1969 vom Wattenmeer getrennt wurde, entstand das Binnengewässer Lauwersmeer. Die Trennung vom Salzwasser und der Süßwasserzustrom machten aus dem See ein Gebiet, in dem Wasser, Pflanzen, Tiere und Menschen sich auf besondere Weise begegnen. Seit 1999 darf das Lauwersmeergebiet sich Nationalpark nennen. Die (unter Vogelfreunden bekannte) Vogelbeobachtungshütte am Jaap Deensgat ist der perfekte Ort, um Vögel zu beobachten. Hier bekommt man neben den bekannten Wasservögeln auch ganz besondere und seltene Vögel zu sehen, z. B. Seeadler, Wanderfalke oder Eisvogel. Sogar der Flamingo wurde hier bereits beobachtet.
Durch die Abtrennung des Lauwersmeers konnte sich Lauwersoog zu einem netten Dorf voller Tourismus- und Freizeitangebote entwickeln. Hier finden Sie u. a. einen Campingplatz, eine Segelschule, Rundfahrtboote und viele Restaurants. Eines der bekanntesten ist das 'Booze Wijf' in der Nähe des Museumshafens. Das Haus beherbergt nicht nur ein Restaurant, sondern auch einen Indoor-Spielplatz und eine Informationsstelle des Nationalparks Lauwersmeer.

Naturschule Lauwersoog

Die Naturschule nimmt Kinder und Erwachsene mit ins Watt zu Naturexkursionen und Erlebniswanderungen. Die Naturparks Wattenmeer und Lauwersmeer sowie der Strand und die Dünen der Nordsee sind Ziele zahlreicher Ausflüge, z.B. Wattwanderungen, Schleppnetzfischen und Seehundexpeditionen.

Seehundaufzuchtstation Pieterburen

Die Seehundaufzuchtstation von Lenie 't Hart in Pieterburen beherbergt, pflegt und versorgt kranke und schwache Seehunde. Hier kann man nicht nur die Seehunde beobachten, sondern auch einen Blick in die Küche werfen und sehen, womit sie gefüttert werden. Das Besucherzentrum bietet eine Ausstellung und eine Filmvorführung über den Seehund. Zudem werden Führungen angeboten. Für Kinder ist eine lehrreiche Kinderecke vorhanden und für die Allerkleinsten gibt es einen Sandkasten.

Buitenplaats Noordkust Pieterburen

Das Naturinformationszentrum Buitenplaats Noordkust ist ein lehrreicher Startpunkt für Alt und Jung. Das Motto des Zentrums lautet Überraschen, Erleben und Unternehmen. Themen sind die verschiedenen Biotope an der Küste und die Bedeutung des Wattenmeeres als 'Tankstelle' für Zugvögel. Es gibt einen 'Nassraum', in dem Kinder Versuche durchführen und Pflanzen und Tiere unter dem Mikroskop betrachten können. Im multifunktionalen Filmsaal läuft ein neuer Informationsfilm über die Nordküste. Vom Buitenplaats Noordkust aus führt ein neuer Wander- und Radweg zum Wattdeich. Dieser Weg wird auch für die Planwagenfahrten von Het Groninger Landschap genutzt.

Noordpolderzijl

Im äußersten Norden des Festlands der Provinz Groningen liegt Noordpolderzijl mit dem kleinsten offenen Seehafen der Niederlande. Die Gezeiten haben hier freies Spiel und nur bei Flut ist der kleine Hafen mit dem Boot zu erreichen. Noordpolderzijl ist eine Oase der Ruhe und Weite, in der man sich von der Hektik des Alltags erholen und den Blick über das ausgedehnte Watt und die in der Ferne gelegenen Wattenmeerinseln Schiermonnikoog, Rottumeroog, Rottumerplaat und Borkum schweifen lassen kann.
Die Wohnzimmerkneipe Het Zielhoes ist im ehemaligen Schleusenwärterhaus von Noordpolderzijl am Fuße des Seedeiches untergebracht. Ein herrlich nostalgischer Ort, an dem man sich nach einer Wattwanderung am Kanonenofen aufwärmen oder bei schönem Wetter auf der Terrasse die gute Seeluft genießen kann.

Unternehmungen

Wattwanderungen

Wandern, wo Land und Meer einander treffen
Keine andere Freizeitaktivität ist typischer für die Wattenmeerregion als eine Wanderung über die flachen Wattflächen, bei der man den Boden des Wattenmeeres erkunden kann. Zweimal täglich, in den Stunden der Ebbe, zieht sich das Meer zurück und bietet die einzigartige Möglichkeit, einen Spaziergang auf dem Meeresboden zu machen. Professionelle Wattführer nehmen Sie mit auf eine regelrechte Entdeckungstour vom Festland bis auf eine der Inseln. Eine solche Tour ist die perfekte Gelegenheit für den Wanderer, das Spiel der Elemente zu beobachten.

Radeln und wandern

Schwingen Sie sich aufs Rad oder ziehen Sie die Wanderschuhe an und sperren Sie alle Sinne auf. Riechen, fühlen und erleben Sie das Wattenmeergebiet mit seiner lieblichen Landschaft aus alten Dörfern entlang der Deiche mit ihren historischen Kirchen, typischen Bauernhöfen und traditionellen Häfen. Genießen Sie den weiten Horizont und die wundervollen Fernsichten. Gönnen Sie sich ab und zu eine Pause und setzten Sie sich zum Verschnaufen auf einen Deich, während Sie der Flut zusehen oder einen Schwarm Vögel beobachten.

Quelle: Marketing Groningen