Schutz und Verwaltung

Das Wattenmeer ist einzigartig. Aufgrund der besonderen Pflanzen, Tiere und Landschaften, die hier zu finden sind, und wegen der besondere Rolle, die das Gebiet weltweit spielt, ist es wichtig, dass das Wattenmeer geschützt wird. Verschiedene Gesetze, Richtlinien, Verträge und Übereinkünfte, die alle miteinander zu tun haben, sorgen dafür. Von weltweit, wie z.B. die OSPAR- und RAMSAR-Abkommen, bis zu europäisch und national, wie zum Beispiel die Nationalparkgesetze in Deutschland. Der Status als Weltnaturerbe verändert nicht an diesen Schutzmaßnahmen, es kommen keine neuen Regelungen hinzu. Dass diese geschützten Gebiete jetzt Weltnaturerbe geworden sind, krönt vor allem den jahrelangen Einsatz vieler Bewohner, Organisationen und Regierungen für dieses Gebiet.

Europäisch

Die europäische Gesetzgebung erlässt Richtlinien mit einem bestimmten Endziel, die jeder Mitgliedsstaat nach einer bestimmten Anzahl von Jahren erfüllen muss. Die Mitgliedsstaaten können ihre eigenen Gesetze zur Erreichung dieses Ziels erlassen. Europäische Richtlinien, die auch für das Wattenmeer gelten, sind die Wasserrahmenrichtlinie und die Flora-, Fauna-, Habitatrichtlinie mit dem daraus entstandenen Netzwerk Natura 2000.

Trilaterale Kooperation

Die drei an das Wattenmeer grenzenden Länder, Niederlande, Deutschland und Dänemark, bilden zusammen die trilateralen Kooperationsländer und arbeiten seit 1978 zusammen. Alle vier Jahre beraten die zuständigen Minister gemeinsam über die Entwicklung und Anpassung der Schutzpolitik für das Wattenmeergebiet. 1997 unterzeichneten die drei Länder den ersten Trilateralen Wattenmeer Plan. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern wird vom CWSS (Common Wadden Sea Secretariat) unterstützt. Hier werden Informationen gesammelt und die Zusammenarbeit koordiniert. Das CWSS hat die Nominierung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe vorbereitet.

Trilateraler Wattenmeer Plan (TWP)

Im TWP wird die allgemeine Verwaltung des Wattenmeeres beschrieben. Darin sind Maßnahmen, Projekte und Aktionen zum Erhalt der ökologischen Werte in dem Gebiet enthalten. Aber auch die gemeinschaftliche Politik im Hinblick auf das Wattenmeer ist dort wiederzufinden. Der TWP bildet die Basis des Wattenmeerschutzes und wird durch das Gemeinsame Monitoring-Programm unterstützt. Im März 2010 wurde ein überarbeiteter Plan von den drei Ländern unterzeichnet.

Gemeinsames Monitoring-Programm (TMAP)

Das TMAP (englisch 'Trilateral Monitoring and Assessment Program') wurde ins Leben gerufen, um die Ziele, die im Wattenmeerplan beschrieben werden, zu prüfen. Das TMAP kontrolliert, ob das, was vereinbart wurde, auch wirklich geschieht und wie es um die Erfüllung der Pläne bestellt ist. Das Programm sorgt darüber hinaus dafür, dass wissenschaftliche Forschung über den Status und die Entwicklung des Wattenmeeres zu allen Themen stattfindet - vom Leben im Meer bis hin zu dessen Wechselwirkungen mit den natürlichen Kräften. So wird die Wasserqualität des Wattenmeeres aufgezeichnet und beurteilt und es werden Studien über Vögel, Seehunde und Tourismus im Gebiet durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studien werden für die Anpassung und Fortschreibung des Wattenmeerplanes verwendet.

Deutschland

In Deutschland ist das Wattenmeer als Nationalpark unter Schutz gestellt. Jedes Bundesland, das an die Nordsee grenzt, hat seinen eigenen Nationalpark mit einer eigenen Gesetzgebung. In das Gebiet des Weltnaturerbes fallen der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Diese Nationalparks sind jeweils in zwei beziehungsweise drei Zonen unterteilt, die einen unterschiedlichen Schutzstatus haben. Den größten Schutz hat die Ruhezone (Zone 1). Hier hat die Natur Vorrang vor der menschlichen Nutzung. Die Verwaltung des Gebietes obliegt den Bundesländern, verschiedene Naturschutzorganisationen sind bei der Gebietsbetreuung beteiligt.

Niederlande

In den Niederlanden bilden der Raumordnungsbeschluss (PKB) 'Derde Nota Waddenzee' und die Ökologische Hauptstruktur (EHS, Biotopverbund) die Basis für den Schutz und die Verwaltung des Wattenmeeres. In diesen Verwaltungsplänen ist festgelegt, wie das Wattenmeer aussehen soll, welche Funktion das Gebiet erfüllt und was zum Beispiel an menschlichen Aktivitäten stattfinden darf (wie Fischerei und Tourismus). Diese Verwaltungspläne bilden die Grundlage für Gesetze, wie das Naturschutzgesetz und das Flora- und Faunagesetz. Das Naturschutzgesetz richtet sich auf den Schutz des Gebietes und das Flora- und Faunagesetz auf den Schutz von Pflanzen- und Tierarten. Die Verwaltung des niederländischen Wattenmeeres obliegt dem Staat, den Provinzen und Gemeinden. Einigen private Naturschutzorganisationen führen Betreuungsaufgaben aus.

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Trilaterales Kooperationsgebiet Wattenmeer

Behörden, die für den Wattenmeerschutz zuständig sind