Watt-Landschaften

Jung und ursprünglich

Das Wattenmeer hat viele Gesichter. Je nachdem, wo man steht, und abhängig vom Stand der Gezeiten sieht die Landschaft völlig anders aus. Blickt man bei Hochwasser über das Wattenmeer, dann sieht man vor allem Meer mit hier und dort einigen Vögeln oder einem Schiff. Bei Niedrigwasser bietet sich ein völlig anderes Bild. Um dann die beste Übersicht zu bekommen, müsste man das Gebiet eigentlich aus der Luft betrachten. Dann erscheint ein wahres Kunstwerk aus trockenfallenden Platen, begrenzt von schmalen und breiten, schlängelnden und sich immer weiter verzweigenden Rinnen und Prielen. Entlang der Ufer liegen Landflächen, durchschnitten von Prielen. Einige Platen sind dunkel gefärbt und stellen sich als mit Seegras und Muscheln überwachsen heraus. Andere sind sandig und kahl.

Sitzt man in einem Segelboot, dann merkt man, wie flach das Wasser sein kann und wie stark die Strömung ist. Geht man über die Wattflächen, dann erfährt man, wie schlickig einige Abschnitte sein können. Bis über die Knie kann man hier einsinken. Andere Abschnitte dagegen sind sandig, nämlich dort, wo Wind und Wellen freies Spiel haben und herrliche Muster formen. Nicht umsonst heißt es 'Watten'meer, ein durchwatbares Meer.

Kommt man nach einem Jahr zurück, dann sieht man, dass die Rinnen verschoben oder gar ganz verschwunden sind! Sand- und Wattplaten haben ihre Form verändert. Salzwiesen sind höher aufgewachsen oder teilweise abgebrochen. Dies ist das dynamische Wattenmeer, ein Gebiet, das sich immer wieder verändert. Dies kommt durch die Naturkräfte wie Wind, Gezeiten, Wellen und den Sandtransport sowie durch die Aktivitäten von Pflanzen und Tieren. Im Wattenmeer haben sie alle ein freies Spiel.