Wattenmeer-Leben

Einzigartig vielfältig

Das Wattenmeer gehört zu den größten Wattgebieten der Erde. Weil das Wattenmeer so groß ist und weil hier so viele verschiedene zusammenhängende Lebensräume zu finden sind, ist das Gebiet von unschätzbarem Wert für sehr viele Pflanzen- und Tierarten. Auf den Wattplaten hört man das scharfe Tepiet Tepiet der Austernfischer, die mit ihren langen Schnäbeln den trockengefallenen Meeresboden durchsuchen. Aus dem Wattboden hört man das leise Knistern der Schlickkrebse, die im nassen Schlick wühlen. Die typischen Wurmhaufen vor den Füßen sind die stillen Zeugen der Vorgänge unter dem Sand. In den flachen Wasserpfützen zwischen den Miesmuschelbänken flitzen Garnelen in alle Richtungen davon. Tritt man hier hinein, ergreift ein verborgener Plattfisch gerade noch rechtzeitig die Flucht. In der Ferne, aus einer tiefen Rinne, steckt ein neugieriger Seehund seinen Kopf aus dem Wasser.

Im Wattenmeer leben rund 10.000 Tier- und Pflanzenarten, von einzelligen Organismen bis hin zu Fischen, Vögeln und Säugetieren. Für die 10 bis 12 Millionen Zugvögel, die jährlich einen kurzen oder längeren Zwischenstopp im Wattenmeer einlegen, ist es eine unverzichtbare Tankstelle. Auf der Durchreise von ihren Brutgebieten am Rande des Nordpolgebietes zu ihren Überwinterungsorten bis nach Afrika und wieder zurück, finden sie im Wattenmeer genug Nahrung für die lange Reise. Dies verleiht dem Wattenmeer eine weltweite und unschätzbare Bedeutung.