Besondere Pflanzen

Die wichtigsten Pflanzen im Wattenmeer sind ohne Zweifel die Einzeller. Sowohl auf dem Meeresboden als auch im Wasser sorgen diese Pflanzen für den enormen Reichtum des Gebietes. Deutlich sichtbarer an den regelmäßig überfluteten Stellen im Wattenmeer sind die beiden Seegrasarten, die hier vorkommen. Diese Pflanzen bilden Seegrasfelder, von denen andere Pflanzen- und Tierarten profitieren. Auf den Blättern des Seegras wachsen Algen, die wiederum von Schnecken gefressen werden. Dieselben Blätter schützen junge Muscheln, Krebse und Fische, die die Seegrasfelder als Kinderstube nutzen. Ringelgänse und Pfeifenten fressen diese grünen Unterwasserpflanzen gerne.

Etwas höher in der Gezeitenzone findet man die Vertreter der Gänsefußfamilie. Mit ihren oft fettpflanzenähnlichen oder behaarten Blättern ähneln sie Wüstenpflanzen. Weiter oben in den Salzwiesen wachsen immer mehr Arten von Blütenpflanzen, die die grüne Salzwiese im Sommer in ein farbenfrohes Blumenmeer verwandeln.

Die Salzwiesenpflanzen sind alle an ihren dynamischen Lebensraum angepasst, wo sie regelmäßig im Salzwasser stehen. Viele Salzwiesenpflanzen haben Salzdrüsen in ihren Blättern, durch die sie das Salz wieder ausscheiden können. Andere Arten speichern das Salz in ihren unteren Blättern, die nach einiger Zeit absterben und abfallen. Obwohl sie also Möglichkeiten gefunden haben, unter diesen schweren Umständen zu überleben, wachsen Salzwiesenpflanzen im Allgemeinen langsam.

In den trockenen Dünengebieten dominiert der Strandhafer. Ohne diese einheimische Gräserart hätten die Inseln des Wattenmeeres vermutlich ganz anders ausgesehen. Die Pflanze ist völlig an die trockenen Bedingungen angepasst. Die Grasbüschel fangen den vom Wind verwehten Sand ein, wodurch er festgehalten wird. Dadurch werden die Dünen immer höher. Die Stängel und Wurzeln des Strandhafers wachsen so schnell, dass sie diese Bodenerhöhung mühelos mithalten können. Ohne diese Dünenbildner hätten andere seltene und bedrohte Pflanzenarten, die heute in den Dünen wachsen, hier nicht leben können.