Nahrung im Überfluss

Durch die konstante Zufuhr von Salzwasser aus den Ozeanen und Süßwasser aus den Flüssen gelangen viele Baustoffe in das Wattenmeer. Winzig kleine Pflanzen, am Boden des Wattenmeeres oder schwebend im Flachwasser, fangen diese Baustoffe auf und sorgen dafür, dass diese den anderen Bewohnern des Wattenmeeres zur Verfügung stehen. Das Meerwasser, das bei Flut in das Wattenmeer strömt, enthält ebenfalls zahlreiche mikroskopisch kleine Pflanzen (das Phytoplankton) und Tiere (das Zooplankton). Dieses Plankton ist eine verlockende Nahrung für größere Tiere, wie Fische und Muscheln.

Zweimal täglich gelangt so mit der Flut frische Nahrung in das Wattenmeer. Aber der Reichtum des Wattenmeeres ist zum größten Teil das Ergebnis der eigenen Produktion. Im Wattenmeer ist das Wasser an vielen Stellen so flach, dass die Sonnenstrahlen bis zum Boden reichen. Darum wachsen auch mikroskopisch kleine Pflanzen am Boden des Wattenmeeres. Würmer, Schalentiere und Schlickkrebse weiden diese Pflanzen vom Meeresboden ab. Filtrierende Bodentiere, wie Miesmuscheln, Herzmuscheln und Bäumchenröhrenwürmer sieben das schwebende Phytoplankton aus dem Meerwasser heraus. Diese Bodentiere werden ihrerseits wiederum von Plattfischen und Vögeln gefressen. So bilden alle Pflanzen und Tiere einen Bestandteil des faszinierenden Nahrungsnetzes aus Fressen und gefressen werden.