Niedersachsen

Das Weltnaturerbe Wattenmeer umfasst in Niedersachsen das Gebiet des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Dieses zwischen Dollart und der Elbe gelegene Gebiet ist 2766,6 km² groß, inklusive der Gebiete auf der offenen Nordsee bei Borkum und Baltrum. Diese Nordseegebiete sind wichtig für Trauerenten, die hier mausern. Und hier liegt auch das Borkumriff mit Überresten aus der letzten Eiszeit, die noch heute die Meeresströmung in diesem Teil des Wattenmeeres bestimmen. Das Borkumriff ist außerdem für zahlreiche Tiere ein idealer Lebensraum.

Salzwiesen als Wellenbrecher

In Deutschland gibt es viele Salzwiesen. Früher wurden zahlreiche dieser Gebiete von den Menschen eingedeicht. Außerhalb der Deiche wurden nach deren Bau neue Salzwiesen angelegt. Sie helfen mit beim Schutz des Hinterlandes und sind gute Wellenbrecher. Vor allem in stürmischen Zeiten erweisen sie ihren Dienst! Salzwiesen sind ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Hier leben viele seltene Arten.

Einfluss der Flüsse

Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gibt es drei Buchten, die mit dem Wattenmeer in Verbindung stehen: Dollart, Leybucht und Jadebusen. Der Einfluss der Flüsse Ems und Weser sind im Dollart und Jadebusen stark fühl- und sichtbar. Aber auch die weiter nördlich gelegene Elbe lässt die Landschaft nicht unberührt. Durch die langsame Mischung von süßem Flusswasser mit salzigem Meerwasser in diesem Gebiet entsteht Brackwasser, in dem einzigartige, zum Teil seltene Pflanzen und Tiere vorkommen. Sie haben sich darüber hinaus an die sich extrem verändernden Umstände angepasst, die das Watt so besonders machen. Unter diesen wechselnden Umständen entwickelt sich ein sehr exklusiver Lebensraum. Für Fische wie die Flunder ist es eine Kinderstube. Auf den Salzwiesen findet man etwa 400 Insektenarten, die sich speziell an 25 Pflanzenarten angepasst haben. Das Insektenleben der Salzwiesen im Wattenmeer - das findet man sonst nirgendwo!

Neue Insel

Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gibt es die neue Insel Kachelotplate. Das Meer hinterließ auf der ehemaligen Sandbank so viel Sand, dass sie allmählich zu hoch wurde, um bei Flut  überströmt zu werden. Hier wächst sogar Gras und es bilden sich kleine Dünen. 2003 wurde die Kachelotplate darum zu einer Insel erklärt. Damit ist dies eines der besten Beispiele für die Entstehung von neuen Landschaften im Wattenmeergebiet!

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Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer