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Fische

Das Wattenmeer ist eines der weltweit größten zusammenhängenden Tidengebiete. Mit bis heute mehr als 140 erfassten Fischarten gibt es hier eine ungewöhnlich große biologische Vielfalt. Rund 20 Arten verbleiben (fast) ihr gesamtes Leben in der Region, andere sind zumindest für eine Phase ihres Lebens auf das Wattenmeer angewiesen. Hierzu gehören viele Plattfische, die sich als Jungfische dort aufhalten, diadrome Fischarten, die das Wattenmeer auf dem Weg zu ihren Laichgründen im Meer oder in Binnengewässern durchwandern und Arten, die saisonal dort verweilen.

In den letzten Jahrzehnten haben die Populationen vieler Fischarten im Wattenmeer einen dramatischen Rückgang zu verzeichnen. Oft fehlt es noch an einem grundlegenden Verständnis der entscheidenden Prozesse und Abläufe, was einen wirksamen und effizienten Fischschutz behindert. Daher haben Fischexperten aus Dänemark, Deutschland und den Niederlanden Schutzziele für Fische entwickelt, die sogenannten Trilateral Fish Targets, die auf der 11. Trilateralen Regierungskonferenz 2010 in Sylt als Teil des Wattenmeerplans (2010) verabschiedet wurden. Hierzu gehören

  • Lebensfähige Populationsbestände und eine natürliche Reproduktion typischer Fischarten des Wattenmeers
  • Vorkommen und Häufigkeit von Fischarten entsprechend der natürlichen Dynamik unter (a)biotischen Bedingungen
  • Günstige Lebensbedingungen für gefährdete Fischarten
  • Erhalt der Vielfalt der natürlichen Habitate als Grundlage für Laichmöglichkeiten und das Aufwachsen juveniler Fische
  • Erhalt und Wiederherstellung der Durchgängigkeit für die zwischen Wattenmeer und Binnengewässer wandernden Fische.

Auf der 12. Trilateralen Regierungskonferenz in Tondern (2014) vereinbarten Dänemark, Deutschland und die Niederlande weiter gemeinsam an der Umsetzung dieser gemeinsamen Ziele für Fische zu arbeiten. Es wurde beschlossen, diese Ziele durch ein Trilateral Wadden Sea Swimway Action Programme weiter voranzubringen. Dieses Programm wurde 2018 durch eine trilaterale Koordinierungsgruppe entwickelt, mit Beiträgen von Forschungseinrichtungen und Naturschutzorganisationen und -behörden beitrugen. Das Wadden Sea Swimway Action Programme beinhaltet Vorschläge in den Bereichen Forschung, Monitoring, Politikvorhaben und Maßnahmen sowie Kommunikation.

Die wichtigsten Aspekte des Programms wurden in die Swimway Vision aufgenommen, die der Erklärung von Leeuwarden (2018) als Anhang beigefügt ist und von den Fachministern Deutschlands, der Niederlande und Dänemarks auf der 13. Trilateralen Regierungskonferenz im Mai 2018 in Leeuwarden unterzeichnet wurde.

Die Vision konzentriert sich darauf, alle Akteure einzubeziehen, deren Handeln sich direkt oder indirekt auf Fische auswirken kann. Dazu gehören Forscher, Berufs- und Freizeitfischer, Wasserbehörden, zuständige Regierungsstellen und NGOs. Ihre Unterzeichnung einer Unterstützungserklärung zur trilateralen Swimway Vision auf der Regierungskonferenz in Leeuwarden zeigt, dass ihr Engagement für die Vision und kann damit als deren Geburtsstunde angesehen werden.